Was bereuen Menschen am Ende ihres Lebens?
5 Gedanken aus dem Seniorenheim von Engelntorf
Du begleitest mich hier im Blog beim Schreiben meines ersten Cosy-Crime aus Engelntorf. Der Roman beginnt mit einem Ereignis, das den Alltag eines Seniorenheims erschüttert: Eine Pflegerin kommt zu Tode.
Plötzlich ist nichts mehr selbstverständlich.
In einem Heim leben Menschen zusammen, die sich im normalen Leben vermutlich nie begegnet wären: eine ehemalige Lehrerin, ein Bauunternehmer, eine Verkäuferin, vielleicht ein Landwirt, eine Sekretärin oder ein Musiker.
Wenn etwas Dramatisches geschieht, beginnen Menschen nachzudenken. Gerade ältere Menschen stellen sich dann Fragen wie:
Habe ich mein Leben eigentlich richtig gelebt?
Beim Schreiben meines Romans frage ich mich deshalb immer wieder:
Welche Dinge bereuen Menschen am Ende ihres Lebens am meisten?
Schauen wir gemeinsam darauf.
1. Zu viel gearbeitet
Viele Menschen blicken zurück und merken plötzlich:
Die Jahre sind vergangen, während sie gearbeitet haben.
Natürlich musste man Geld verdienen und Verpflichtungen erfüllen. Doch manche stellen fest, dass sie dabei vieles verpasst haben: Zeit mit Freunden, mit den Kindern oder einfach mit sich selbst.
Ein Bewohner könnte sagen:
„Ich war immer im Betrieb. Aber das Leben – das fand woanders statt.“
2. Nie verreist
Reisen bedeutet mehr als Urlaub.
Reisen bedeutet Neugier auf die Welt.
Manche wollten immer einmal ans Meer, nach Italien oder wenigstens mit dem Zug durch Deutschland fahren. Doch dann kamen Arbeit, Verpflichtungen oder Gewohnheit.
Und plötzlich merkt man:
Jetzt wäre Zeit – aber die Kräfte fehlen.
3. Nicht den richtigen Menschen getroffen zu haben
Das ist vielleicht eines der stillsten Bedauern.
Manche haben geheiratet, ohne wirklich glücklich zu sein. Andere haben ihre große Liebe nie ausgesprochen. Wieder andere haben sich nie getraut, überhaupt nach ihr zu suchen.
Im Seniorenheim könnte jemand sagen:
„Manchmal frage ich mich, ob ich mutiger hätte sein sollen.“
4. Niemals barfuß durch Pfützen
Das klingt zuerst fast komisch.
Doch dahinter steckt etwas Ernstes: die verpasste Leichtigkeit des Lebens.
Viele Menschen haben sich immer „vernünftig“ verhalten. Immer ordentlich und angepasst. Keine Widerworte.
Doch vielleicht hätte man öfter Unsinn machen sollen.
Barfuß durch eine Pfütze laufen.
Im Regen tanzen.
Einfach einmal Kind sein.
5. Immer dasselbe gegessen – und nicht oft genug gefeiert
Viele Menschen leben jahrzehntelang nach festen Gewohnheiten.
Montag Nudeln.
Dienstag Brot.
Mittwoch Suppe.
Manchmal steht dieses „Immer dasselbe“ für etwas Größeres: ein Leben ohne Experimente.
Nie in ein neues Restaurant.
Kein fremdes Gewürz.
Niemals ein spontanes Fest.
Dabei sind es oft genau diese Momente, die ein Leben reich machen:
etwa ein Glas Wein, Musik, ein Lachen mit Freunden.

Was bedeutet das für Engelntorf?
Wenn im Seniorenheim von Engelntorf plötzlich eine Pflegerin stirbt, wird nicht nur nach einem Täter gesucht.
Die Bewohner beginnen auch, über ihr eigenes Leben nachzudenken. Welche Entscheidungen hatten sie getroffen, welche verpasste Chancen gehabt .
Und genau dort entstehen Geschichten.
Denn manchmal bringt erst ein erschütterndes Ereignis Menschen dazu, die wichtigste Frage zu stellen:
Habe ich mein Leben wirklich gelebt?
Deine Meinung interessiert mich
Mich würde sehr interessieren:
Welches dieser fünf Dinge würdest du selbst am meisten bereuen?
Oder fällt dir noch etwas ganz anderes ein?
Schreib es gern in die Kommentare.
Vielleicht taucht deine Idee sogar in einer zukünftigen Geschichte aus Engelntorf auf.

Und wenn du sehen möchtest, wie dieser Krimi weiter entsteht, schau gern wieder hier im Blog vorbei.
Foto:sgrt
fast schwarze Tulpe, in Niedersachsen entdeckt.
