Texte aus dem noch unveröffentlichten Buch
Immer wieder habe ich meine Texte überarbeitet, ja sogar das ganze Konzept überdacht. Allmählich habe ich das Gefühl, dass da etwas dran ist, als eine gewisse Ilona im Gespräch über das geplante Buch, das den Tatort Pflegeheim hat, nicht fertig werden soll und darum auch nicht fertig wird. Sie war damals meine Vorgesetzte gewesen. Nun ja, deswegen muss sie aber nicht Recht behalten.
Was ich dagegen halten kann
Dagegen spricht, dass ich damals im Gespräch einfach noch nicht so weit war, einen Text von Seite 1 bis 300 vollständig zu erfinden. Ich habe inzwischen aber schon einige Bücher fertig geschrieben. Nur eben mit Kurzkrimis.
Und mein Buch „Mordlust kennt kein Alter“ soll im Herbst 26 erscheinen. Es ist im Lektorat! Sogar im Korrektorat!
Es dauert
Ja, dieses Buch dauert wirklich lange, und ich weiß nicht, ob es auch gefällt, ich hoffe es.
Hier nun ein Schnipsel
Jetzt bekommst du einen Textauszug zu lesen, der es nicht ins Buch geschafft hat. Das hing damit zusammen, dass ich mich für eine cosy-Variante entschieden habe. Ich hoffe, dass ein cosy-crime lieber gelesen wird, wenn es um alte Menschen geht.
Aber lies mal den alten Text – viel Vergnügen:
Franka (die Kommissarin) setzte sich auf einen braunen Lehnstuhl und schlug die Beine lässig übereinander. »Nein danke, für mich nichts. Frau Rudolf-Lange, erzählen Sie doch mal aus Ihrer Sicht. Was glauben Sie, war passiert? Und wer hat Frau Gruber gefunden?« Franka sah sich ihr Gegenüber genauer an. Eine hübsche Frau, Mitte vierzig, etwas dünn vielleicht. Der rote Lippenstift war das einzige Makeup. Stocksteif stand sie da, hielt die gläserne Kaffeekanne in der Hand. Die Starre löste sich, Frau Rudolf-Lange goss zunächst der Kollegin, dann sich selbst Kaffee in ihren Becher. Dann stellte sie die Kanne auf den Schreibtisch, hob sie wieder an und legte ein Blatt Papier als Untersetzer darunter. Die Frau setzte wohl alles daran, ihre Antworten hinauszuzögern. Frankas Ehrgeiz erwachte. Diese harte Nuss würde sie knacken. »Wann genau haben Sie denn erfahren, dass Frau Gruber tot im Speisesaal lag?« Die Einrichtungsleiterin nahm einen Schluck von ihrem Kaffee. Frau Peiler rutschte nervös auf ihrem Stuhl hin und her. Frau Rudolf-Lange räusperte sich: »Es war so nach der Mittagszeit. Ich hatte noch wichtige Telefonate zu erledigen. «

