Kann jeder schreiben?
Am 24. September durfte ich gemeinsam mit Christine Steinmann in der Buchhandlung Sopper lesen. Cozy meets Fantasy hieß der Abend, organisiert über den Autorenkreis Peiner Land – und die Buchhandlung war voll.
Das allein war schon wunderbar.
Ein kleines Problem hatte ich allerdings: Ich hatte noch gar kein Buch dabei.
Mein Cosy Crime aus Engelntorf ist noch nicht erschienen. Also las ich aus meinen Texten, erzählte von Engelntorf, von meinen Figuren und natürlich von der Arbeit an dem Roman. Und ich versprach dem Publikum etwas:
Das Buch kommt noch in diesem Jahr.
Offenbar hat man mir geglaubt. Inzwischen liegen sieben Vorbestellungen vor.
Das setzt mich jetzt natürlich überhaupt nicht unter Druck.

Was ist mit der Pflegerin passiert?
Besonders schön an diesem Abend war für mich das interessierte Publikum. Es wurde nicht nur zugehört, sondern anschließend auch viel gefragt.
Und zwar ziemlich genau.
Eine Frage konnte – und wollte – ich natürlich nicht beantworten: Woran ist die Pflegerin gestorben?
Das wäre dann doch ein bisschen viel verraten gewesen. Schließlich soll später noch jemand meinen Krimi lesen.
Über etwas anderes konnte ich dagegen ausführlich sprechen: über meine Arbeit als Autorin. Wie entsteht eine Geschichte? Wie entwickeln sich Figuren? Wie lange arbeitet man an einem Roman? Und was macht man eigentlich mit all den Ideen, die einem beim Schreiben begegnen?
Dann kam eine Frage, die mir besonders im Gedächtnis geblieben ist.
Kann jeder schreiben?
Meine Antwort darauf lautet: Ja. Und mit dieser Meinung war ich nicht allein.
Natürlich kann jeder schreiben.
Nicht jeder muss einen Roman veröffentlichen. Nicht jeder möchte Kurzgeschichten erfinden oder Gedichte schreiben. Aber Geschichten, Erinnerungen und Gedanken aufzuschreiben, ist nicht einigen wenigen Menschen vorbehalten. Ich riet: „Schreiben Sie Tagebuch, schreiben Sie Briefe, machen Sie daraus kleine Geschichten.“
Christine Steinmann sah das genauso. Und auch Doris Dörrie, die Filmemacherin und Autorin ermuntert Menschen immer wieder zum Schreiben.
Vielleicht braucht es am Anfang gar nicht viel. Eine Beobachtung. Eine Erinnerung. Einen Satz, der plötzlich im Kopf auftaucht.
Und dann einen zweiten.
Mary hätte da übrigens ein paar Tipps
Ausgerechnet meine Mary weiß darüber natürlich einiges.
Sie ist schließlich nicht nur die unfreiwillige Ermittlerin meines Cosy Crimes, sondern beschäftigt sich selbst mit dem Schreiben. Ihre „Autorenbrille“ hilft ihr sogar dabei, einen Mordfall zu lösen: beobachten, sammeln, Zusammenhänge erkennen und schließlich das fehlende Puzzleteil finden.
Deshalb wird Mary später selbst ein paar Schreibtipps geben.
Nicht als große Literaturprofessorin. Das würde überhaupt nicht zu ihr passen. Sondern auf ihre Art.
Und wie geht es mit dem Buch weiter?
Inzwischen ist etwas passiert, auf das ich lange gewartet habe: Das Manuskript ist aus dem Lektorat zurück.
Jetzt bin ich wieder dran.
Es gibt einiges zu überarbeiten, zu prüfen und vermutlich auch noch den einen oder anderen Satz, von dem ich mich verabschieden muss. Einige Figuren haben inzwischen sogar neue Namen bekommen.

Aber Engelntorf nimmt immer mehr die Gestalt an, in der ich es schließlich meinen Leserinnen und Lesern übergeben möchte.
Und sieben Menschen warten bereits darauf.
Das ist ein ziemlich schönes Gefühl.
Danke an die Buchhandlung Sopper, an Christine Steinmann, den Autorenkreis Peiner Land und vor allem an das aufmerksame und neugierige Publikum für diesen besonderen Abend.
Und an alle, die gefragt haben, woran die Pflegerin gestorben ist:
Das verrate ich immer noch nicht.
